Ein Rückblick auf die besten Receiver der Saison 2020 in Zahlen

Wir haben die wichtigstens Passfänger jedes Teams und deren Receiving Metrics für euch in Tabellenform gebracht. Wir möchten euch diese Parameter ans Herz legen, weil sie euch helfen können, Fantasy-Performance und Verlässlichkeit eurer Receiver für die kommende Saison besser einzuschätzen. Denn was euch am Ende jeder Woche zum Sieg verhilft, sind nicht nur Touchdowns. Es kann sich nämlich rächen, fetten Fantasypunkten der Vorwoche hinterherzulaufen, wenn ihr euch Waiver und Aufstellung für das nächste Spiel überlegt. Denn wenn nicht gerade von Star WRs oder extrem effizienten Redzone TEs die Rede ist, sind Touchdowns sehr schwer vorherzusagen. Mehr Verlässlichkeit und damit Stabilität für euer Fantasy-Team bieten hier folgende Kennzahlen:

  • Targets: Hand aufs Herz, Targets sind eindeutig die wichtigste Kennzahl für einen verlässlichen Receiver. Wer keine Bälle kriegt, fängt auch keine, und macht somit keine Punkte. Ganz allgemein gibt es also eine hohe Korrelation zwischen Targets und Fantasy-Punkten. Wer in PPR (Points Per Reception) Formaten spielt, profitiert noch zusätzlich von jedem gefangenen Ball. Das erhöht den sog. floor, also die Punkteuntergrenze eures Receivers. In Sachen Verlässlichkeit gilt also: Volume is King!
  • Receiving Yards: Neben den Touchdowns sind es am Ende die Receiving Yards, die direkt in Punkte umgerechnet werden. Was hier unterm Strich steht, füllt euer Fantasy-Punktekonto. Sie setzen sich aus den gefangenen Yards, auch yards before catch (YBC), und den nach dem Fangen des Balles erzielten Yards, den yards after catch (YAC), zusammen. YAC sind sozusagen das Sahnehäubchen auf dem gefangenen Pass, allerdings auch sehr situationsabhängig, dadurch variabel und schwer einzuschätzen. Air Yards sind hier die verlässlichere Kennzahl.
  • Air Yards und Air Yards %: Air Yards beschreiben die reine Wurfdistanz von der Line of Scrimmage zum Receiver, YAC werden nicht mitgezählt. Allerdings werden hier alle Targets – sowohl gefangene als auch nichtgefangene – miteinbezogen. Während euch die Targets sagen, wie oft ein Receiver Gelegenheit zu punkten bekommt, geben die Air Yards mitunter Auskunft darüber, wieviel diese Gelegenheiten im besten Fall – der Spieler fängt alle seine Targets – wert sind, wo also die Punkteobergrenze (ceiling) liegt. Der Air Yards Anteil %, auch share genannt, bezieht sich auf die gesamten Air Yards des Teams, und dient zur Orientierung im Vergleich zum restlichen Receiving Corps.
  • aDOT: dieses handliche Akronym steht für average Depth of Target und beschreibt, wie lang die Pässe auf diesen Spieler im Durchschnitt sind, und somit wieviele Punkte der Pass potentiell wert ist. Daraus lässt sich etwas über die Rolle des Spielers in der Offense ableiten. Ein aDOT-Wert von 18 oder höher deutet auf einen Deep Threat Receiver hin, der großteils von tiefen Pässen hinter die Secondary des Gegners lebt. Natürlich ist hier auch die Wahrscheinlichkeit für einen Touchdown höher, als bei einem kurzen Pass zwischen die Defensivreihen. Er hat also eine hohe ceiling, muss dafür aber die meist raren, schwerer zu fangenden Pässe reinholen. Das kann an einem schlechten Tag schon auch mal im Punktekeller enden. Tight Ends und Slot Receiver haben hingegen selten eine aDOT über 8, da sie die meisten ihrer Bälle zwischen der Line of Scrimmage und der Secondary fangen.

Ein kurzes Beispiel

Nehmen wir folgendes an. Ihr habt zwei WR Optionen für die Flex Position, CeeDee Lamb oder Marquez Valdez-Scantling. Zusätzlich zu den Targets gibt ein Blick auf Air Yards und aDOT Auskunft über floor und ceiling eurer beiden Spieler. Braucht ihr eine stabile Leistung im Bereich von 8 – 12 Punkten, ist Lamb aus der Slot euer Mann (aDOT 9.5, Air Yards 22.4%). Muss eine Top Performance her um euer Match nochmal zu drehen, seid ihr vielleicht mit MVS besser beraten (aDOT 17.5, Air Yards 29%). Höheres Risiko auf magere Punkteausbeute, dafür auch größere Chancen auf eine Top 10 Performance.

Dies spiegelt sich zu einem gewissen Grad auch in den Fantasy Punkten der beiden Receiver wider. Lamb erzielte in den 8 Spielen von Wochen 6-14 nur zwei Mal weniger als 6 Punkte, allerdings auch nie mehr als 15. Guter floor, niedrige ceiling. Für MVS gab es in dieser Zeit nur ganz oder gar nicht, er lag entweder jenseits der 17-Punkte-Marke (3x) oder unterhalb der 5 (5x). Null floor, sehr hohe ceiling.

Wen ihr am Ende aufstellt, ist natürlich auch vom jeweiligen QB, der gegenerischen Defense, und anderen Faktoren abhängig. Das Zusammenspiel dieser Parameter zeichnet jedoch ein detaillierteres Bild eurer Receiver und soll euch schwere Entscheidungen erleichtern.

Hier findet ihr die Air Yards Analyse jedes Teams, sortiert nach Division und Conference.



NFC East







NFC WEST







NFC North







NFC South







AFC East







AFC West







AFC North







AFC South